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Bienenwiese

 

Der insektenfreundliche Garten

Manchmal ist es nur den Hummeln zu verdanken, dass man nach einem längeren Kälteeinbruch im Frühjahr noch etwas Obst in seinem Garten ernten kann. Ihre Königinnen fliegen schon bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Für Honigbienen müssen es mindestens 10°C sein.

Nicht nur unsere Obstbäume, sondern fast 80 Prozent aller heimischen Wild- und Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Zu den effektivsten Bestäubern gehören auch alle Wildbienen, die im Gegensatz zu den Hummeln und Honigbienen als Einzelgängerinnen leben. Sie unterscheiden sich zum Teil stark voneinander und sind jeweils auf nur wenige Pflanzenarten spezialisiert.

Dementsprechend sollte jeder, der Nutzpflanzen in seinem Garten kultiviert, daran denken, dass es sich lohnt, einer möglichst großen Anzahl von Wildbienen ein einladendes Milieu zu schaffen. Dann richten sich die Wildbienen in dieser Umgebung ein und bleiben den Gartenbesitzern auch im Sommer als fleißige Bestäuber erhalten.

Alle Bienenarten brauchen als Kohlehydratnahrung den Blütennektar. Die Honigbiene stellt daraus in ihrem Körper den Honig als Vorrat für den Winter her. Die zweite Nahrungskompetente, das Eiweiß, gewinnt jede Biene aus dem Pollen. Die Pflanzen bieten ihr beides so dar, dass sie auf der Suche nach Nektar gleichzeitig Pollen aufnimmt, zur nächsten Blüte trägt, diese damit befruchtet und somit den Fortbestand der Pflanzenart sichert. Pflanze und Insekt ziehen aus diesem Wechselspiel einen gegenseitigen Vorteil.

Im Frühsommer haben die Honigbienen meist ausreichend Nahrung. Die Massentrachten des Raps und der blühenden Ahornbäume, Akazien und Linden sind der Grund dafür, dass wir sie kaum in unseren Gärten sehen.

Kritisch für alle Bienen wird es im Spätsommer. In der offenen Landschaft finden sie kein ausreichendes Angebot an Flächen mit blühenden Pflanzen, von denen sie den für ihre Ernährung so wichtigen Pollen eintragen können!

Die Bienen brauchen jetzt eine breite Palette von Blühpflanzen, die in jedem Garten gedeihen können.

Je mehr, desto besser. Auf die Züchtungen von sogenannten „gefüllten Blüten“, leider die meisten Dahlien z. B., die keine Staubgefäße haben und damit wertlos für Bienen sind, sollte man am besten ganz verzichten.

Im Spätsommer sind die Honigbienen dankbar für die sogenannte „Läppertracht“ – etwas größere Inseln von spät blühenden Pflanzen, die mit ihren leuchtenden Farben und ihrem Duft außerdem jeden Garten verzaubern und die Grundlage für ein vielfältiges Biotop sind.

Spätsommer

Standort

Steinklee

Im Gemüsegarten, gleichzeitig eine ausgezeichnete Gründüngung

Buchweizen

Serradella

Rotklee

Esparsette

Phacelia

Dost

Kräutergarten, lockt auch Schmetterlinge an

Majoran

Thymian

Indianernessel

Staudenrabatte, blühen bis zu den ersten Frösten

Goldrute

Nachtkerze

Astern

Wasserdost

 

Eine ausführliche Staudenliste, teilweise mit Anzuchtanleitungen findet man auf der Internetseite des Autors unter: www.dahlem-buch.de

 

Reiche Honigernte, aber nur bei warmen Wetter. Foto: Parnitzke

Neben dem Spätsommer ist es auch im zeitigen Frühjahr besonders wichtig Blühpflanzen bereitzustellen.

 

Zeitiges Frühjahr

Standort

Schneeglöckchen

Im Rasen bei dessen Schnitt die Horste ausgelassen werden

Krokus

Scilla

Winterlinge

Alle Weidenarten

Als Heckenpflanzen

Haselnuss

Kornelkirsche

 

Mit dem Spritzen von Pflanzenschutzmitteln sollte man sehr vorsichtig sein. Die Gifte können sich so störend auf den Orientierungssinn auswirken, dass die Biene oder Hummel nicht zum Stock oder zum Nest zurückfindet und unweigerlich sterben muss. Wer nicht darauf verzichten kann oder will, sollte es dem Landwirt gleichtun, der blühende Ackerrandstreifen angelegt hat und nun auf die Fauna in diesem Bereich besonders achten muss: möglichst nur bei kühler Witterung spritzen, in den frühen Morgenstunden, und wenn es sicher ist, dass sich keine Blütenbesucher auf den Blühpflanzen befinden.

Neben einem Angebot an Futterpflanzen für die Bienen sollte man den Wildbienen zusätzlich ein passendes Nistplatzangebot machen. Mit dem Verschwinden natürlicher Rückzugsgebiete geht ihnen auch der Lebensraum für ihre Fortpflanzung verloren. Zum Glück meiden die unscheinbaren, zutraulichen Insekten nicht die Nähe der Menschen und sie fühlen sich von der Wärme menschlicher Behausungen angezogen. Sogar auf der Terrasse oder auf dem Balkon kann jeder Raum für Wildbienen schaffen. Und wenn wir in unseren Gärten nicht alles nach unserem gewohnten Ordnungssinn gestalten, können wir verschiedenen Arten einen dauerhaften stabilen Lebensraum bieten.

Die Nistgewohnheiten der Wildbienen sind sehr unterschiedlich.

Mit einer wenig bewachsenen Sandfläche von einem Quadratmeter bekommen Bodenbrüter wie die Sandbiene einen Platz für die Anlage ihrer Brutröhren. Wer eine Ecke seines Gartens reserviert, um Stammstücke, dicke Äste und Balken zu einem Totholzhaufen aufzustapeln, gibt den Holzbewohnern Raum für ihre Nester, und wer im Herbst auf das Schreddern und Kompostieren der Stängel von abgeblühten Stauden verzichtet, wird die Brutzellen von Hohlraumbrütern schützen. Man kann auch schon im Frühjahr Stücke von hohlen Stängeln zu Bündeln sortiert aufhängen. Geeignet sind 1 bis 1,5 cm starke Bambusrohre, die hinter den knotigen Verdickungen abgesägt, mit einem Draht gebündelt und mit Dachpappe umhüllt vor Regen geschützt werden. Schilfstängel steckt man zum Schutz vor Verrottung in eine Konservendose, ebenso junge, hohle Triebe des Pfeifenstrauchs, des Holunders oder der Forsythie, dicke Natur-Strohhalme oder Pappröhrchen. Immer am hinteren Ende geschlossen, die Öffnung nach Süden, an sonnigem Standort und vor Nässe bewahrt. Einige Wildbienarten wie die Mauer- und Blattschneiderbiene legen in abgebrochenen oder abgeschnittenen markhaltigen Zweigen von Himbeeren, Brombeeren, Holunderbüschen, Heckenrosen und Königskerzen ihre Brutzellen an. Die 1 m langen Zweige werden senkrecht am Gartenzaun oder an einem Drahtgeflecht angebracht. Und schließlich gibt es auch Arten, die mit Lehm gefüllte Hohlblocksteine bevorzugen.

Im unten gezeigten Insektenhotel gibt es somit Raum für viele verschiedene Bewohner, die den Garten beleben und helfen seine Fruchtbarkeit zu erhalten.

Ausführliche Anleitungen findet man im Internet auf den der Naturschutzverbände, z.B. beim NABU unter „Tiere & Pflanzen“.

 

Eberhard und Gudrun Parnitzke

 

 

 

 

 

 

 

 

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