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Bienenwiese

 


Längst hat der Komposthaufen in vielen Gärten einen festen Platz gefunden. Die Anschauung darüber wie er angelegt und gepflegt wird und was kompostiert werden kann, ist allerdings recht unterschiedlich. Betrachtet man ihn nur als einen Ort, auf den wahllos alles kommt was gerade an Garten- oder Küchenabfällen vorhanden ist, wird das Resultat mit Sicherheit ein anderes sein, als dort, wo ein Gärtner um die Lebensprozesse weiß, die bei der Verrottung in Gang kommen.

Unzählige Mengen von Bakterien, Spaltpilzen und anderen Kleinstlebewesen – pro Kubikzentimeter Komposterde sind es mehrere Millionen – sorgen dafür, dass sich die organischen Substanzen zersetzen. Um für ihre Tätigkeit das geeignete Milieu zu schaffen, sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:
1. Die Zusammensetzung des Kompostmaterials muss so beschaffen sein, dass das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff, also grober Bestandteile zu frischem, feinen Grün oder tierischem Mist, ungefähr 20:1 beträgt. Dies ist der Fall, wenn etwa gleiche Mengen Gemüsereste, Laub, Rasenschnitt, beim Jäten angefallene Kräuter, Strauchhäcksel und Mist gut miteinander vermischt werden. Überwiegen die Kohlenstoffanteile wie bei Sägemehl und Stroh, gibt man stickstoffhaltiges Horn- oder Blutmehl dazu, damit die Verrottung in Gang kommt.
2. Ein Kompost soll möglichst locker aufgesetzt sein, damit genügend Luftsauerstoff für die Mikroorganismen zur Verfügung steht.
3. Ausreichende Feuchtigkeit ist ganz entscheidend für den richtigen Rotteverlauf. Ist das Material zu trocken, kann es schimmeln oder zersetzt sich gar nicht, ist es zu nass, fängt es an zu faulen. Dann treten Bakterien in Tätigkeit, die auch ohne Luft leben können und als Stoffwechselprodukte so unangenehm riechende Substanzen wie Schwefelwasserstoff und Buttersäure absondern. Frischen Rasenschnitt sollte man daher möglichst 2 – 3 Stunden in der Sonne antrocknen lassen, das herbstliche Laub dagegen, am besten erst nach einem Regentag aufkehren.
4. Um unnötige Wärmeverluste zu vermeiden, sollte der Haufen immer mit einer dünnen Erdschicht bedeckt werden. Als zusätzlichen Schutz können auch Stroh, Gras oder Laub Verwendung finden.

 

Bei einem neu aufgesetzten Haufen, beginnt als erstes die Abbauphase, während der sich der Kompost ziemlich rasch erwärmt und die mit einer deutlichen Reduzierung des Volumens einhergeht. Dabei wird der Kompost immer mehr von Kleintieren wie Asseln, Springschwänzen und Tausendfüßlern besiedelt, die die übrig gebliebenen Pflanzenreste zerkleinern. Dann folgt die Aufbauphase und vor allem den Regenwürmern ist es zu verdanken, dass die organischen und mineralischen Bestandteile zu Humus verwandelt werden. Nach etwa einem halben bis dreiviertel Jahr ist der Prozess abgeschlossen und eine angenehm nach Waldboden duftende Erde entstanden, die eine lockere, feinkrümelige Struktur aufweist.
Den Komposthaufen kann man als das „Verdauungsorgan“ des Gartens ansehen, das Abfälle aufnimmt und ganz neuen fruchtbaren Humus hervorbringt, wenn man nur ein wenig Sorgfalt aufwendet.

Kompostanlage in einem kleinen Garten. Egal ob man Küchenabfälle oder Rasenschnitt kompostieren möchte: Eine vier Finger starke Schicht organisches Material wird erst mit einer dünnen Schicht Holzasche bestreut, dann kommt daumendick fertiger Kompost darüber.

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