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Bienenwiese

 

 

1.  Was beinhaltet die Wissenschaft der Pomologie?

Wenn wir uns mit Obstbäumen beschäftigen, bewegen wir uns auf dem Gebiet der Pomologie, der Obstkunde. In ihrer reinsten Form werden durch  die Pomologie die einzelnen Obstsorten voneinander unterschieden. Mit allem anderen rund um das Obst, wie Anbau und Schnitt befasst sie sich  ebenfalls.
Die Pomologie ist eine Erfahrungswissenschaft. Sie befasst sich nicht mit quantitativ messbaren Tatsachen,
sondern mit Qualitäten, die sinnlich wahrnehmbar sind. Dem Geschmack und dem Geruch der Früchte z. B..Zumindest in ihrem ursprünglichen Gebiet,
der Bestimmung der Obstsorten. Als Beispiel sei der Apfel angeführt. Alle Äpfel gehören einer Pflanzengattung
an, sie wird botanisch mit "Malus" bezeichnet. In dieser Gattung unterscheidet man 42 bis 55 verschiedene Arten.
Heimisch bei uns sind der Holzapfel (Malus sylvestris), sowie die Kulturform Malus domestica mit seinen großen
Früchten.  Als Zierpflanzen werden der Japanische Apfel (Malus floribunda) sowie der Kirschapfel (Malus baccata)
angebaut.

Alle unsere Tafel- und Wirtschaftsäpfel sind Sorten der Art Malus domestica.                                                                                        

Quelle: wikipedia

Alle diese Sorten zeigen den gleichen Grundaufbau, haben die gleichen Merkmale, die nur jeweils verschieden ausgeprägt sind. Vergleicht man sie miteinander, gibt es nur graduelle Unterschied: kurzer Stiel –  langer Stiel, dickbauchige Form - längliche Form, Kelchgrube tief –  Kelchgrube flach usw.

Quelle: Zotteler, Alte Obstsorten

Da es sehr viele Sorten gibt, schon im Jahre 1620 hatte eine französische Baumschule mehr als 1000 davon im Angebot, wird der Pomologe, der sie genau erkennen will, Merkmale wie Farbe, z. B. grünlich, rötlich, gelbgestreift, sowie den Geschmack und den Geruch zum sicheren  Bestimmen heranziehen. Was aber hat eine so subjektive Empfindung wie „säuerlich“, „spritzig“, „aromatisch duftend“ mit Wissenschaft zu tun?
Sehr viel, denn Pomologie ist eine Wissenschaft des Lebendigen.
Um sie von der Biologie abzugrenzen, was Wissenschaft des Lebens bedeutet (Bios – Leben, Logie – Wissenschaft) kann man sagen, dass die Biologie das Leben zwar beschreibt, aber nicht in das Leben selbst eindringt. Sie schaut immer nur von außen auf das Leben, Pomologie beschreibt es von innen her.
Wir werden im weiteren Verlauf genauer sehen, wie das zu verstehen ist, dazu ist jedoch mehr pomologisches Basiswissen erforderlich.
Jetzt ein Test: Sie kaufen sich im Supermarkt eine der konventionell angebauten, modernen Apfelsorten, im Bio-Laden eine der alten Sorten. Lassen Sie sich vom Verkäufer beraten, welche die Schmackhafteste ist.
Zuhause essen Sie nacheinander beide. Nehmen Sie zwischen den jeweiligen Verkostungen eine Scheibe Brot zu sich, um das  erste Geschmackserlebnis zu neutralisieren. Wenn Sie einen Unterschied schmecken, gewinnen Sie eine pomologische Erfahrung.
Die Pomologie beschränkt sich nicht nur auf die Bestimmung der Sorten, sondern beschreibt alles andere rund um das Obst, wie den Schnitt z. B.,  den gärtnerischen Anbau des Obstes ebenfalls. Bevor wir zur Schnittpraxis kommen ist  vorher etwasTheorie nötig, um ein paar falsche Vorstellungen wegzuräumen, die Sie höchstwahrscheinlich von den Obstbäumen haben.

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